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Tag der offenen Moschee

Glaube in außergewöhnlichen Zeiten

Wie jedes Jahr haben wir auch 2020 mit vielen guten Vorsätzen begonnen. Vielleicht haben wir auch gemeinsam mit unserer Familie Pläne geschmiedet: Wer nimmt wann Urlaub, wohin wollen wir verreisen? Wie organisieren wir die Renovierung der Wohnung? Für die verbleibende Zeit war Routine vorgesehen: Arbeiten, Einkaufen, Verwandte besuchen, Freunde treffen, Sport treiben usw.

Kurze Zeit später stellte das neuartige Coronavirus unser Leben in bis dahin geradezu unvorstellbarer Weise auf den Kopf. Buchstäblich über Nacht musste der gesamte, sorgfältig choreografierte Alltag neu geordnet werden. Im Home-Office produktiv sein, den Haushalt erledigen und dabei gleichzeitig die Kinder betreuen, die nun nicht mehr zur Schule oder in den Kindergarten durften. All das glich oft der sprichwörtlichen Quadratur des Kreises.

Hinzu kamen viele offene Fragen, in erster Linie natürlich nach der Gefährlichkeit des Virus, daneben aber auch die Sorge um die Gesundheitälterer Familienangehöriger, um Bekannte und Kollegen mit chronischen Krankheiten, um den eigenen Arbeitsplatz und die wirtschaftliche Zukunft. Obendrein litten nicht nur Großeltern und ihre Enkel unter dem psychischen Druck durch einen wochenlangen „Lockdown“ und Kontaktsperren.

Moscheeführungen
12:30 Uhr
15:30 Uhr
17:30 Uhr
Pandemie als Chance

Andererseits betrachtet der Islam Zäsuren wie die aktuelle Corona-Pandemie als Prüfung, die jedoch nicht zu Hoffnungslosigkeit und Apathie verleiten soll. Vielmehr können und sollen gerade solche Ereignisse, die das Leben scheinbar aus den Fugen geraten und erprobte Problemlösungsstrategien wirkungslos werden lassen, als Chance begriffen werden – sowohl für das Individuum als auch für die gesamte Gesellschaft. Denn eine Pandemie betrifft nie nur eine klar abgrenzbare Gruppe, sondern unterschiedslos alle Mitglieder eines Gemeinwesens. Unabhängig vom jeweiligen Glauben und dessen Intensität, Sprache, Herkunft, beruflichem oder sozialem Status sehen wir uns alle mit den gleichen Schwierigkeiten, Ängsten und Nöten konfrontiert.

In diesem Sinne hat die Krise etwas Verbindendes. Sie schafft idealerweise ein neues Wir-Gefühl. Dies ist umso wichtiger, als der soziale Zusammenhalt zunehmend in Gefahr gerät. Diese Entwicklung und ihre dramatischen Konsequenzen sind uns in jüngster Zeit durch die erschreckenden Ereignisse in Halle und Hanau bewusst geworden. Wir leben also nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie in außergewöhnlichen Zeiten.

Eindämmung von Krankheiten
„Wenn sie (die Pest) in einem Land ausbricht, in dem ihr seid, so verlasst es nicht. (Und wenn ihr hört), dass sie in einem Land ausgebrochen ist,
so betretet es nicht.“

– Buhârî,Tib,30

Virtuelle Moscheeführung

Ein kleiner Eindruck in eine Moscheeführung

Eine virtuelle Moscheeführung dient aus Ausgleich zur Pandemie bedingten Situation. Moscheeführung werden durch offene Fragenrunden begleitete und eventuelle Themen abgearbeitet. Deshalb ist eine Führung unerlässlich.